Empfohlene Impfungen für Südostasien - Mit welchen Kosten muss ich rechnen? | Reisetipps


Heute möchten wir uns dem Thema Impfungen für Südostasien widmen. Ihr habt euch sicherlich bei der Planung eurer Rundreise schon gefragt, welche Impfungen wirklich notwendig und sinnvoll für Südostasien sind und welche Kosten auf einen zukommen. 

 

Wir waren vor unserer Reise bei einem Facharzt für Immunologie im Tropeninstitut, um uns ausführlich beraten zu lassen. Solch eine Beratung kostet etwa 25 Euro pro Person und dauert ca. 20-30 Minuten.

 

In diesem Artikel haben wir alles Wissenswerte aus dem Gespräch für euch zusammengefasst. Zusätzlich geben wir euch einen Tipp, der uns geholfen hat bei den Impfungen Geld zu sparen.

 

Wer dennoch offene Fragen oder Zweifel hat, der sollte natürlich zu einem fachkundigen Arzt gehen. Wir empfehlen in diesem Fall direkt zum Tropeninstitut zu gehen.

1.) Allgemeine Impfvorschriften für Südostasien

 

Das Wichtigste vorab, bei einer direkter Einreise aus Deutschland, Österreich oder Schweiz, in ein südostasiatisches Land, gibt es keine vorgeschriebenen Impfungen.

 

Reist man jedoch aus einem Land mit gekennzeichnetem Gelbfieberrisiko (z. B. Afrika oder Südamerika) ein, benötigt man einen Impfnachweis für Gelbfieber. Besonders bei Einreise nach Singapur und Malaysia sollte man darauf achten.

 

Auch wenn es keine vorgeschriebenen Impfungen für Südostasien gibt, bedeutet dies nicht, dass Impfungen dennoch sinnvoll sein können.

 

2.) Empfohlene Impfungen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für Reisen nach Südostasien folgende Liste mit empfohlenen Impfungen zusammengestellt, die sich übrigens mit den Empfehlungen des Tropeninstitut decken:

  • Hepatitis A und B
  • Polio/Diphtherie/Tetanus und Pertussis (Kombinationsimpfung)
  • Masern/Mumps/Röteln (Kombinationsimpfung)
  • Windpocken 
  • Typhus

Mit Ausnahme von Hepatitis und Typhus handelt es sich um Standardimpfungen, die höchstwahrscheinlich bei den meisten bereits in der Kindheit gemacht wurden. In diesem Fall reicht eine Auffrischung der Impfung aus.

 

Für Reisende die länger als 3 Wochen bzw. in speziell gefährdete Länder (z. B. Indonesien) reisen werden darüberhinaus folgende Schutzimpfungen empfohlen:

  • Japanische Enzephalitis
  • Tollwut
  • Meningitis (Schutz vor Zecken)

 

Wir haben uns vor unserer Reise für alle Impfungen entschieden, da wir auch einige Trekkingtouren in sehr ländlichen Gebieten unternommen haben. Solltet ihr Impfskeptiker sein, so empfehlen wir euch zumindest die Impfungen gegen Hepatitis A und B, sowie die Tollwut Impfung machen zu lassen. 

 

3.) Zeitplanung: Wie lange vorher mit dem Impfen anfangen?

 

Um es kurz zu machen, umso früher ihr mit dem Impfen anfangt, umso weniger Stress werdet ihr haben. Bei den Impfungen handelt es sich nämlich meist um mehrere Injektionen pro Impfstoff (z. B. 3 Injektionen bei Tollwut), die nur in bestimmten Zeitabständen durchgeführt werden können. 

 

Und da ihr i. d. R. mehrere Impfungen benötigt, empfehlen wir etwa drei Monate vor Reisebeginn mit den Impfungen zu starten. 

 

Außerdem kommt es vor, dass Impfstoffe nicht direkt verfügbar sind. Die Impfstoffe Japanischer Enzephalitis und Tollwut können zur Hochsaison (Sommer- und Winterferien) zeitweise ausverkauft sein. Daher ist eine frühzeitige Planung wichtig. 

4.) Kostenübersicht - Was kosten die Impfungen?

 

Die Kosten für Impfungen richten sich nach Art und Anzahl des Impfstoffs. Seltenere Impfstoffe wie Japanische Enzephalitis oder Tollwut kosten daher etwas mehr. Die Preise variieren je nach Injektion zwischen 15 und 80 Euro. Die Impfung selbst kann über den Hausarzt durchgeführt werden und ist i. d. R. kostenlos.

 

 

In der Übersicht sind die einzelnen Impfstoffe mit Bezeichnungen und Kosten aufgeführt. Wie ihr der Auflistung entnehmen könnt, haben wir für unser komplettes Impf-programm etwas mehr als 500 Euro pro Person bezahlt.

 

Übersicht Impfkosten für Südostasien
Übersicht Impfkosten für Südostasien

5.) Welche Kosten übernehmen Krankenkassen?

Bei mehr als 500 Euro Impfkosten fragt man sich natürlich, welche Kosten die Krankenkassen übernehmen.

 

Die meisten Krankenkassen erstatten i. d. R. einen Teil der Kosten, es gibt allerdings große Unterschiede. Die Erstattung reicht von wenigen Euro bis hin zur kompletten Übernahme der Impfkosten. Wir empfehlen euch im Vorfeld zu erkundigen, welche Kosten eure Krankenkasse übernimmt.  

 

Sollte eure Krankenkasse nicht mindestens 70% übernehmen, könnt ihr euch überlegen zu einer anderen Krankenkasse zu wechseln. Wir empfehlen die Techniker Krankenkasse.  Diese ist zur Zeit eine der wenigen Krankenkassen, die ohne Probleme 100% der Impfkosten übernimmt. Mit einem Wechsel könnt ihr dadurch mehreren hundert Euro sparen. 

6.) Impfung gegen Malaria - aktueller Stand

 

Tatsächlich ist Malaria in vielen Teilen Südostasiens weit verbreitet. Bis vor kurzen war es nicht möglich sich gegen Malaria impfen zu lassen. Stattdessen wurde ein Medikament zur Prophylaxe bzw. Behandlung empfohlen (Rezept beim Hausarzt erhältlich).

 

Voraussichtlich soll der Impfstoff gegen Malaria allerdings dieses Jahr zugelassen werden. Dies wäre ein großer Durchbruch und würde die Prophylaxe in Form von Tabletten ersetzen.  

 

Aktuelle Studien widerlegen allerdings genau diesen Durchbruch. Der Impfstoff gegen Malaria schützt demnach lediglich im ersten Jahr und verliert dann seine Wirkung. Es gibt sogar Indizen dafür, dass die Ansteckungsgefahr sich im zweiten Jahr durch den Impfstoff erhöht.

 

Mehr zum Thema Malaria und Schutz vor Ansteckung findet ihr in diesem Artikel.

 

Checkliste Impfungen: Worauf muss ich achten?

 

Die oben genannten Impfungen sind vor allem für Reisende, die länger als 30 Tage unterwegs sind, sinnvoll. Um nicht in Zeitnot zu geraten, solltet ihr mindestens drei Monate vor der Reise mit den Impfungen beginnen. Zudem kann euch ein Wechsel der Krankenkasse hohe Impfkosten ersparen.

 

Hier nochmal die wichtigsten Dinge, die ihr bezüglich der Impfungen beachtet solltet:

 

 Impfpass auf bereits vorhandene Impfungen checken

 Zeitplan für die Impfungen aufstellen

 Frühzeitig einen Termin beim Hausarzt für Impfungen ausmachen

Verfügbarkeit des Malaria-Impfstoffs überprüfen

Kosten der Impfungen mit Krankenkasse besprechen

Gegebenenfalls Krankenkasse wechseln

 Impfpass auf Vollständigkeit überprüfen

 


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